Vereinsheim - TSV Fichte Helmstedt

Der Verein „ TSV Fichte“ wurde am 21. Juli 1893 als „Freie Turner“ im Geiste des freiheitlichen Denkens

des Philosophen Johann Gottlieb Fichte gegründet. Nach heutigen Erkenntnissen muss davon ausgegangen

werden, dass der Verein zu den Gründungsmitgliedern des Arbeiter-Turnerbundes gehört.

Die erzwungene Auflösung am 03.04.1933 durch das nationalsozialistische Regime schien das endgültige

Aus zu bedeuten. Aber 12 Jahre Diktatur konnte den Willen zum Neuanfang nicht brechen.

Und so fanden sich am 27.12.1945 die verbliebenen Sportler der seinerzeit aufgelösten Vereine des ATSB

zusammen und ließen den TSV Fichte neu erstehen.

Informationen über die ersten 50 Jahre sind relativ gering und gründen sich, nach Verlust aller schriftlichen

Unterlagen,  hauptsächlich auf mündliche Überlieferungen und sind dementsprechend lückenhaft.

Eine alte Polizeiakte gibt Auskunft über die ersten 25 Jahre.

Die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts ließ eine Klassengesellschaft entstehen, die Bedürfnisse

und Ansprüche wuchsen. Die staatliche Macht versuchte dem mit den sogenannten „Sozialistengesetze“

zu begegnen. Der Sport, hauptsächlich gekennzeichnet durch das Turnen, hatte seine national

revolutionären Ziele vergessen und sich immer mehr den nationalistischen, konservativen Vorstellungen

des Kaiserreiches untergeordnet. Der Verein stand vom ersten Tag an unter Polizeiaufsicht.

Das Turnen erfolgte auf einer Wiese am Sternberger Teich; im Winter im Gasthof „Stadt Hamburg“

auf dem Holzberg. Die benötigten Turngeräte wurden teilweise selbst hergestellt. Durch eine Namens-

änderung versuchte der Verein (zwischen 1908 – 1910) diesen Druck zu mildern. Aber es half nicht viel.

Ein handschriftlicher Liedertext, einem Jungen abgenommen, wird mit zum Grund, den „Turnverein Fichte“

als sozialdemokratischen Verein verbieten zu wollen. Das Kinderturnen musste eingestellt werden und in

der vorliegenden ersten gedruckten Vereinssatzung von 1911 mussten alle Passagen, die die Jugend

betreffen, geschwärzt werden.

Der 1. Weltkrieg bringt eine erste große Zäsur. Nach einer Meldung aus dem Jahr 1915 steht der gesamte

Vorstand im Felde. Der Vorsitzende Gustav Winkler überlebt den Krieg nicht.

Im Jahre 1919, nach der Beendigung des 1. Weltkrieges, wird der Turnbetrieb wieder aufgenommen.

Unter der Führung von Emil Carpus beginnt im Verein mit 106 Mark neues sportliches Leben.

Die folgenden 15 Jahre bringen große Erfolge und Anerkennung. Allein 11 Handballmannschaften und eine

exzellente Turnerriege sorgen für Höhepunkte im sportlichen Leben in Helmstedt. Die Vereinsfeste erreichen

mit rund 1000 Teilnehmern 1926 nie geahnte Ausmaße.

Diese Zeit bringt aber auch eine unglückliche Entwicklung. Das politische Leben in der jungen Republik führt

zu immer größeren Extremen und Konfrontationen. Die Sozialdemokratie spaltet sich und das greift auf den

Arbeitersport über. Der gesamte Sport unterliegt einer immer stärkeren Politisierung.

Den Olympiaden werden Arbeiterolympiaden gegenübergestellt und die Spartakiaden der Marxisten bringen

die größte Spaltung. Der ATSB distanziert sich klar von den marxistisch geführten Vereinen. Eine Haltung,

die die Nationalsozialisten ignorieren und die später auch von der DDR nicht vergessen war.

In Helmstedt zwingt das schwierige wirtschaftliche Umfeld der Zwanziger Jahre zu einer Straffung der Vereine.

Am 01.01.1926 schließen sich die „Freien Schwimmer“ und der Sportclub „Vorwärts“ dem „Turnverein Fichte“ an.

Unter dem Namen „Turn- u. Sportverein Fichte“ führt Wilhelm Gerecke den Verein. Das gewaltsame Ende des

Vereins ist mit der Machtübernahme der NSDAP 1933 besiegelt. Die Stadtpolizei und die SA Hilfspolizei

beschlagnahmen in einer gemeinsamen Aktion am 03.04.1933 sämtliche Unterlagen, Akten, Sportgeräte,

sowie Sportbekleidung der „marxistischen Organisationen“.

Der Großteil der beschlagnahmten Gegenstände wird auf dem Holzberg verbrannt. Der Druck auf die

Arbeitersportler zwingt einzelne Sportler sogar zum Verlassen ihres Heimatortes Helmstedt. Mit unserem

Verein werden die Turnerbrüderschaft, die Boxfreunde, der Arbeiterfahrradbund „Solidarität“, die Naturfreunde

und der Schießclub „Falke“ eliminiert. Das „Dritte Reich“ bringt eine totale Gleichstellung des Sports und

sportliche Veranstaltungen werden zum Instrument der staatlichen Macht. Mit dem Untergang des

nationalsozialistischen Reiches erstirbt auch das gesamte wirtschaftliche, kulturelle und sportliche Leben

in Deutschland. Und so finden sich am 27.12.1945 die restlichen Arbeitersportler in der Conringschänke

zusammen und beschließen die Neugründung des TSV Fichte. Zum 1. Vorsitzenden wird Kurt Herok gewählt.

Am 04.01.1946 findet der erste Turnabend in der Bötticherstraße statt und am 01.03.1946 liegt die neue

Satzung vor. Die Jahre nach dem 2. Weltkrieg bedeuteten harte Jahre des Aufbaus. Das Vereinsleben konnte

sich wieder frei entfalten und die Aktivitäten nahmen auf allen Gebieten zu. Die Handballabteilung, 1924

gegründet, hat große Erfolge zu verzeichnen. Die Fußballabteilung wird 1947 ins Leben gerufen, Tischtennis,

Trampolinturnen und Leichtathletik wurde angeboten. Besonderen Anklang finden auch bis zum heutigen

Tage die Gruppen Mutter und Kind, Kinderturnen, Gymnastik, sowie die Seniorengruppe. Hervorzuheben ist

auch die große Leistung der Prellballabteilung, die 1976 in der Landesliga und von 1983 – 1985 in der

Regionalliga Nord (heute 2. Bundeliga) gespielt hat. Sie wurde mittlerweile aufgelöst, wird aber voraussichtlich

2010 wieder ins Leben gerufen. Der TSV Fichte hat aktuell die Fußballabteilung (1. Herren; Altherren; Damen,

Jugend in Planung), Handballabteilung, Tischtennis, Eltern-u. Kind-Turnen; Kinder u. Jugendturnen;

Step Aerobic, Fit-Gymnastik für Frauen und die Seniorensportgruppe anzubieten. Von dem Sportplatz am

Magdeburger Tor, der seit den Zwanziger Jahren dem TSV Fichte als Heimstätte gedient hat, sind wir

umgezogen auf eine völlig neue Sportanlage am Büddenstedter Weg. Die wirtschaftlichen Entwicklungen in

Helmstedt, die diesen Umzug notwendig machten, haben der Fichte-Familie aber nicht geschadet.

Es geht mit ganzen Kräften voran:

Logo TSV Fichte Helmstedt

Chronik

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Der Verein „ TSV Fichte“ wurde am 21. Juli 1893 als „Freie Turner“ im Geiste des

freiheitlichen Denkens

des Philosophen Johann Gottlieb Fichte gegründet. Nach heutigen Erkenntnissen

muss davon ausgegangen

werden, dass der Verein zu den Gründungsmitgliedern des Arbeiter-

Turnerbundes gehört.

Die erzwungene Auflösung am 03.04.1933 durch das nationalsozialistische

Regime schien das endgültige

Aus zu bedeuten. Aber 12 Jahre Diktatur konnte den Willen zum Neuanfang

nicht brechen.

Und so fanden sich am 27.12.1945 die verbliebenen Sportler der seinerzeit

aufgelösten Vereine des ATSB

zusammen und ließen den TSV Fichte neu erstehen.

Informationen über die ersten 50 Jahre sind relativ gering und gründen sich,

nach Verlust aller schriftlichen

Unterlagen,  hauptsächlich auf mündliche Überlieferungen und sind

dementsprechend lückenhaft.

Eine alte Polizeiakte gibt Auskunft über die ersten 25 Jahre.

Die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts ließ eine Klassengesellschaft

entstehen, die Bedürfnisse

und Ansprüche wuchsen. Die staatliche Macht versuchte dem mit den

sogenannten „Sozialistengesetze“

zu begegnen. Der Sport, hauptsächlich gekennzeichnet durch das Turnen, hatte

seine national

revolutionären Ziele vergessen und sich immer mehr den nationalistischen,

konservativen Vorstellungen

des Kaiserreiches untergeordnet. Der Verein stand vom ersten Tag an unter

Polizeiaufsicht.

Das Turnen erfolgte auf einer Wiese am Sternberger Teich; im Winter im Gasthof

„Stadt Hamburg“

auf dem Holzberg. Die benötigten Turngeräte wurden teilweise selbst

hergestellt. Durch eine Namens-

änderung versuchte der Verein (zwischen 1908 – 1910) diesen Druck zu mildern.

Aber es half nicht viel.

Ein handschriftlicher Liedertext, einem Jungen abgenommen, wird mit zum

Grund, den „Turnverein Fichte“

als sozialdemokratischen Verein verbieten zu wollen. Das Kinderturnen musste

eingestellt werden und in

der vorliegenden ersten gedruckten Vereinssatzung von 1911 mussten alle

Passagen, die die Jugend

betreffen, geschwärzt werden.

Der 1. Weltkrieg bringt eine erste große Zäsur. Nach einer Meldung aus dem

Jahr 1915 steht der gesamte

Vorstand im Felde. Der Vorsitzende Gustav Winkler überlebt den Krieg nicht.

Im Jahre 1919, nach der Beendigung des 1. Weltkrieges, wird der Turnbetrieb

wieder aufgenommen.

Unter der Führung von Emil Carpus beginnt im Verein mit 106 Mark neues

sportliches Leben.

Die folgenden 15 Jahre bringen große Erfolge und Anerkennung. Allein 11

Handballmannschaften und eine

exzellente Turnerriege sorgen für Höhepunkte im sportlichen Leben in

Helmstedt. Die Vereinsfeste erreichen

mit rund 1000 Teilnehmern 1926 nie geahnte Ausmaße.

Diese Zeit bringt aber auch eine unglückliche Entwicklung. Das politische Leben

in der jungen Republik führt

zu immer größeren Extremen und Konfrontationen. Die Sozialdemokratie

spaltet sich und das greift auf den

Arbeitersport über. Der gesamte Sport unterliegt einer immer stärkeren

Politisierung.

Den Olympiaden werden Arbeiterolympiaden gegenübergestellt und die

Spartakiaden der Marxisten bringen

die größte Spaltung. Der ATSB distanziert sich klar von den marxistisch

geführten Vereinen. Eine Haltung,

die die Nationalsozialisten ignorieren und die später auch von der DDR nicht

vergessen war.

In Helmstedt zwingt das schwierige wirtschaftliche Umfeld der Zwanziger Jahre

zu einer Straffung der Vereine.

Am 01.01.1926 schließen sich die „Freien Schwimmer“ und der Sportclub

„Vorwärts“ dem „Turnverein Fichte“ an.

Unter dem Namen „Turn- u. Sportverein Fichte“ führt Wilhelm Gerecke den

Verein. Das gewaltsame Ende des

Vereins ist mit der Machtübernahme der NSDAP 1933 besiegelt. Die Stadtpolizei

und die SA Hilfspolizei

beschlagnahmen in einer gemeinsamen Aktion am 03.04.1933 sämtliche

Unterlagen, Akten, Sportgeräte,

sowie Sportbekleidung der „marxistischen Organisationen“.

Der Großteil der beschlagnahmten Gegenstände wird auf dem Holzberg

verbrannt. Der Druck auf die

Arbeitersportler zwingt einzelne Sportler sogar zum Verlassen ihres Heimatortes

Helmstedt. Mit unserem

Verein werden die Turnerbrüderschaft, die Boxfreunde, der Arbeiterfahrradbund

„Solidarität“, die Naturfreunde

und der Schießclub „Falke“ eliminiert. Das „Dritte Reich“ bringt eine totale

Gleichstellung des Sports und

sportliche Veranstaltungen werden zum Instrument der staatlichen Macht. Mit

dem Untergang des

nationalsozialistischen Reiches erstirbt auch das gesamte wirtschaftliche,

kulturelle und sportliche Leben

in Deutschland. Und so finden sich am 27.12.1945 die restlichen Arbeitersportler

in der Conringschänke

zusammen und beschließen die Neugründung des TSV Fichte. Zum 1.

Vorsitzenden wird Kurt Herok gewählt.

Am 04.01.1946 findet der erste Turnabend in der Bötticherstraße statt und am

01.03.1946 liegt die neue

Satzung vor. Die Jahre nach dem 2. Weltkrieg bedeuteten harte Jahre des

Aufbaus. Das Vereinsleben konnte

sich wieder frei entfalten und die Aktivitäten nahmen auf allen Gebieten zu. Die

Handballabteilung, 1924

gegründet, hat große Erfolge zu verzeichnen. Die Fußballabteilung wird 1947 ins

Leben gerufen, Tischtennis,

Trampolinturnen und Leichtathletik wurde angeboten. Besonderen Anklang

finden auch bis zum heutigen

Tage die Gruppen Mutter und Kind, Kinderturnen, Gymnastik, sowie die

Seniorengruppe. Hervorzuheben ist

auch die große Leistung der Prellballabteilung, die 1976 in der Landesliga und

von 1983 – 1985 in der

Regionalliga Nord (heute 2. Bundeliga) gespielt hat. Sie wurde mittlerweile

aufgelöst, wird aber voraussichtlich

2010 wieder ins Leben gerufen. Der TSV Fichte hat aktuell die Fußballabteilung

(1. Herren; Altherren; Damen,

Jugend in Planung), Handballabteilung, Tischtennis, Eltern-u. Kind-Turnen; Kinder

u. Jugendturnen;

Step Aerobic, Fit-Gymnastik für Frauen und die Seniorensportgruppe

anzubieten. Von dem Sportplatz am

Magdeburger Tor, der seit den Zwanziger Jahren dem TSV Fichte als Heimstätte

gedient hat, sind wir

umgezogen auf eine völlig neue Sportanlage am Büddenstedter Weg. Die

wirtschaftlichen Entwicklungen in

Helmstedt, die diesen Umzug notwendig machten, haben der Fichte-Familie

aber nicht geschadet.

Es geht mit ganzen Kräften voran:

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Der Verein „ TSV Fichte“ wurde am 21. Juli

1893 als „Freie Turner“ im Geiste des

freiheitlichen Denkens

des Philosophen Johann Gottlieb Fichte

gegründet. Nach heutigen Erkenntnissen

muss davon ausgegangen

werden, dass der Verein zu den

Gründungsmitgliedern des Arbeiter-

Turnerbundes gehört.

Die erzwungene Auflösung am 03.04.1933

durch das nationalsozialistische Regime

schien das endgültige

Aus zu bedeuten. Aber 12 Jahre Diktatur

konnte den Willen zum Neuanfang nicht

brechen.

Und so fanden sich am 27.12.1945 die

verbliebenen Sportler der seinerzeit

aufgelösten Vereine des ATSB

zusammen und ließen den TSV Fichte neu

erstehen.

Informationen über die ersten 50 Jahre sind

relativ gering und gründen sich, nach Verlust

aller schriftlichen

Unterlagen,  hauptsächlich auf mündliche

Überlieferungen und sind dementsprechend

lückenhaft.

Eine alte Polizeiakte gibt Auskunft über die

ersten 25 Jahre.

Die industrielle Revolution des 19.

Jahrhunderts ließ eine Klassengesellschaft

entstehen, die Bedürfnisse

und Ansprüche wuchsen. Die staatliche Macht

versuchte dem mit den sogenannten

„Sozialistengesetze“

zu begegnen. Der Sport, hauptsächlich

gekennzeichnet durch das Turnen, hatte seine

national revolutionären Ziele vergessen und

sich immer mehr den nationalistischen,

konservativen Vorstellungen

des Kaiserreiches untergeordnet. Der Verein

stand vom ersten Tag an unter Polizeiaufsicht.

Das Turnen erfolgte auf einer Wiese am

Sternberger Teich; im Winter im Gasthof

„Stadt Hamburg“

auf dem Holzberg. Die benötigten Turngeräte

wurden teilweise selbst hergestellt. Durch eine

Namens-

änderung versuchte der Verein (zwischen

1908 – 1910) diesen Druck zu mildern. Aber es

half nicht viel.

Ein handschriftlicher Liedertext, einem Jungen

abgenommen, wird mit zum Grund, den

„Turnverein Fichte“

als sozialdemokratischen Verein verbieten zu

wollen. Das Kinderturnen musste eingestellt

werden und in

der vorliegenden ersten gedruckten

Vereinssatzung von 1911 mussten alle

Passagen, die die Jugend

betreffen, geschwärzt werden.

Der 1. Weltkrieg bringt eine erste große Zäsur.

Nach einer Meldung aus dem Jahr 1915 steht

der gesamte

Vorstand im Felde. Der Vorsitzende Gustav

Winkler überlebt den Krieg nicht.

Im Jahre 1919, nach der Beendigung des 1.

Weltkrieges, wird der Turnbetrieb wieder

aufgenommen.

Unter der Führung von Emil Carpus beginnt

im Verein mit 106 Mark neues sportliches

Leben.

Die folgenden 15 Jahre bringen große Erfolge

und Anerkennung. Allein 11

Handballmannschaften und eine

exzellente Turnerriege sorgen für Höhepunkte

im sportlichen Leben in Helmstedt. Die

Vereinsfeste erreichen

mit rund 1000 Teilnehmern 1926 nie geahnte

Ausmaße.

Diese Zeit bringt aber auch eine unglückliche

Entwicklung. Das politische Leben in der

jungen Republik führt

zu immer größeren Extremen und

Konfrontationen. Die Sozialdemokratie spaltet

sich und das greift auf den

Arbeitersport über. Der gesamte Sport

unterliegt einer immer stärkeren Politisierung.

Den Olympiaden werden Arbeiterolympiaden

gegenübergestellt und die Spartakiaden der

Marxisten bringen

die größte Spaltung. Der ATSB distanziert sich

klar von den marxistisch geführten Vereinen.

Eine Haltung,

die die Nationalsozialisten ignorieren und die

später auch von der DDR nicht vergessen war.

In Helmstedt zwingt das schwierige

wirtschaftliche Umfeld der Zwanziger Jahre zu

einer Straffung der Vereine.

Am 01.01.1926 schließen sich die „Freien

Schwimmer“ und der Sportclub „Vorwärts“

dem „Turnverein Fichte“ an.

Unter dem Namen „Turn- u. Sportverein

Fichte“ führt Wilhelm Gerecke den Verein. Das

gewaltsame Ende des

Vereins ist mit der Machtübernahme der

NSDAP 1933 besiegelt. Die Stadtpolizei und

die SA Hilfspolizei

beschlagnahmen in einer gemeinsamen

Aktion am 03.04.1933 sämtliche Unterlagen,

Akten, Sportgeräte,

sowie Sportbekleidung der „marxistischen

Organisationen“.

Der Großteil der beschlagnahmten

Gegenstände wird auf dem Holzberg

verbrannt. Der Druck auf die

Arbeitersportler zwingt einzelne Sportler

sogar zum Verlassen ihres Heimatortes

Helmstedt. Mit unserem

Verein werden die Turnerbrüderschaft, die

Boxfreunde, der Arbeiterfahrradbund

„Solidarität“, die Naturfreunde

und der Schießclub „Falke“ eliminiert. Das

„Dritte Reich“ bringt eine totale Gleichstellung

des Sports und

sportliche Veranstaltungen werden zum

Instrument der staatlichen Macht. Mit dem

Untergang des

nationalsozialistischen Reiches erstirbt auch

das gesamte wirtschaftliche, kulturelle und

sportliche Leben

in Deutschland. Und so finden sich am

27.12.1945 die restlichen Arbeitersportler in

der Conringschänke

zusammen und beschließen die Neugründung

des TSV Fichte. Zum 1. Vorsitzenden wird Kurt

Herok gewählt.

Am 04.01.1946 findet der erste Turnabend in

der Bötticherstraße statt und am 01.03.1946

liegt die neue

Satzung vor. Die Jahre nach dem 2. Weltkrieg

bedeuteten harte Jahre des Aufbaus. Das

Vereinsleben konnte

sich wieder frei entfalten und die Aktivitäten

nahmen auf allen Gebieten zu. Die

Handballabteilung, 1924

gegründet, hat große Erfolge zu verzeichnen.

Die Fußballabteilung wird 1947 ins Leben

gerufen, Tischtennis,

Trampolinturnen und Leichtathletik wurde

angeboten. Besonderen Anklang finden auch

bis zum heutigen

Tage die Gruppen Mutter und Kind,

Kinderturnen, Gymnastik, sowie die

Seniorengruppe. Hervorzuheben ist

auch die große Leistung der Prellballabteilung,

die 1976 in der Landesliga und von 1983 –

1985 in der

Regionalliga Nord (heute 2. Bundeliga) gespielt

hat. Sie wurde mittlerweile aufgelöst, wird

aber voraussichtlich

2010 wieder ins Leben gerufen. Der TSV Fichte

hat aktuell die Fußballabteilung (1. Herren;

Altherren; Damen,

Jugend in Planung), Handballabteilung,

Tischtennis, Eltern-u. Kind-Turnen; Kinder u.

Jugendturnen;

Step Aerobic, Fit-Gymnastik für Frauen und die

Seniorensportgruppe anzubieten. Von dem

Sportplatz am

Magdeburger Tor, der seit den Zwanziger

Jahren dem TSV Fichte als Heimstätte gedient

hat, sind wir

umgezogen auf eine völlig neue Sportanlage

am Büddenstedter Weg. Die wirtschaftlichen

Entwicklungen in

Helmstedt, die diesen Umzug notwendig

machten, haben der Fichte-Familie aber nicht

geschadet.

Es geht mit ganzen Kräften voran: